Gedanken eines Reisenden
Ich sitze im Zug. Durch die Fensterscheiben zeichnen Sonne, Himmel, Bäume, Gräser und Wälder ein Bild der Freiheit. Die Weite eines Sees, die Tiefe des Wassers und die Stille des Windes untermauern einen Eindruck vollkommener Idylle und Gelassenheit. Je mehr mein Blick durch diese Felder des Friedens schweift, desto grausamer wird mir das eigene Elend vor Augen gehalten. Die Schlucht zwischen der Freiheit der Natur, und des eigenen Gefangenseins wird mit jeder Minute größer. Ich bin gefangen; gefangen im Blicke der Mitreisenden, gefangen in jedem ihrer Atemzüge, gefangen in der drückenden Hitze des riesigen Stahlkäfigs, in den ich mich einst setzte, um nachhause gebracht zu werden. Nachhause, dort wo das Lebenauf einen wartet. Dort, wo Verpflichtung und Verantwortung in einer ewigen Wechselwirkung jede Sekunde strecken, und die Zeiger der Uhr doch unermüdlich auf Morgen deuten, wo die Sekunden zu lange für den Genuss, die Tage zu kurz für die Erinnerung scheinen.
Ein letztes Mal wird mich dieses Spinnennetz aus Schienen, Stahlmasten und Elektroleitungen zu meinen Liebsten transportieren, bevor ich endgültig ins eiskalte Wasser des Lebens geworfen werde, bevor ich mich endgültig dem Strom der Verantwortung zu fügen habe, bevor ich mit dem Leben vertrautwerde, mir die letzte Hoffnung, die letzte Freiheit geraubt wird.
Ein letztes Mal wird mich dieses Spinnennetz aus Schienen, Stahlmasten und Elektroleitungen zu meinen Liebsten transportieren, bevor ich endgültig ins eiskalte Wasser des Lebens geworfen werde, bevor ich mich endgültig dem Strom der Verantwortung zu fügen habe, bevor ich mit dem Leben vertrautwerde, mir die letzte Hoffnung, die letzte Freiheit geraubt wird.
ledsgo - 8. Jul, 17:03